Der Logenplatz über dem Elbtal
Routenverlauf

Die zweite Etappe des Malerwegs beginnt in Stadt Wehlen und führt auf 10,9 km in etwa 4,75 Stunden durch teils anspruchsvolles Gelände mit 499 Höhenmetern im Aufstieg und 345 im Abstieg.
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Die zweite Etappe führt auf mittelschweren 10,9 Kilometern von Stadt Wehlen nach Hohnstein. Rund 4 Stunden und 45 Minuten Gehzeit bieten spektakuläre Pfade. Wir steigen auf zur berühmten Bastei, wandern durch den Kurort Rathen, vorbei an Amselsee und Amselfall, und erreichen über die Wolfsschlucht das Etappenziel.

Die mystische Felsenwelt war Hauptinspirationsquelle für Caspar David Friedrich (1774–1840). Seine Naturerfahrungen im Nebel und zwischen den Klippen prägten Meisterwerke der deutschen Romantik wie den weltberühmten „Wanderer über dem Nebelmeer“. Zum 250. Geburtstag im Jahr 2024 folgen wir hier seinen ganz persönlichen Spuren.

Mitten im Wald stoßen wir auf ein Relikt kurfürstlicher Jagden aus dem Jahr 1710. August der Starke ließ diese steinerne Tisch-Bank-Kombination für opulente Festgelage errichten. Die Initialen seiner Jagdgäste sind noch heute am Rand eingemeißelt. Die nahegelegene, geschichtsträchtige Waldgaststätte lädt zu einer kurzen Rast ein.

Das Basteigebiet ist das unbestrittene Herzstück der Sächsischen Schweiz. Rund 305 Meter über dem Meeresspiegel thronen die Aussichtsfelsen mit Blick auf das Elbtal. Die 76,5 Meter lange, steinerne Basteibrücke überspannt eine tiefe Schlucht und führt direkt zu den Überresten der einstigen Felsenburg Neurathen. Ein atemberaubender Ort.

Der fast autofreie Kurort Rathen schmiegt sich idyllisch an beide Seiten der Elbe, verbunden durch eine historische Gierseilfähre. Einst von Fischern und Steinbrechern geprägt, ist der Ort heute ein beliebtes Tourismuszentrum. Er dient als perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Gansfelsen, zum Amselsee und zur Bastei.

Im Rathener Wehlgrund erwartet uns eines der schönsten Naturtheater Europas: Die 1936 eröffnete Felsenbühne bietet eine einzigartige Kulisse für Theater und Opern. Direkt daneben liegt der 1934 künstlich angestaute Amselsee, der heute als idyllisches Biotop gilt und zu einer gemütlichen Kahnpartie unter Klettergipfeln einlädt.

Der rund zehn Meter hohe Amselfall stürzt malerisch durch eine Einsturzhöhle, das Amselloch. Schon im 19. Jahrhundert zog dieses Naturschauspiel Romantiker an. Die historische Amselfallbaude diente ab 1991 als erste Informationsstelle des Nationalparks. Nach Felsstürzen im Jahr 2017 ist der Betrieb eingestellt, doch der Pfad bleibt spektakulär.

Die Geschichte der Rathewalder Mühle reicht bis ins Jahr 1589 zurück. Nach einer wechselvollen Historie als Mahl- und Schneidemühle sowie als DDR-Ferienhaus wird das idyllische Anwesen heute von den „Müllerburschen“ liebevoll restauriert. Das gemütliche Waldrestaurant und urige Übernachtungsmöglichkeiten lassen das historische Erbe aufleben.

Rathewalde entstand im Mittelalter als typisches, langgestrecktes Waldhufendorf am oberen Ausgang des Amselgrundes. Die Geografie des Ortes ist faszinierend: Hier verläuft die Lausitzer Verwerfung, die das Granitmassiv vom Elbsandsteingebirge trennt. Seit über 150 Jahren zieht das charmante Dorf Erholungssuchende und Wandernde an.

Um die sensible Natur des Nationalparks und des Landschaftsschutzgebiets zu bewahren, gelten klare Regeln. Bitte bleibt stets auf den markierten Wegen, hinterlasst keinen Müll und verzichtet auf offenes Feuer oder Camping. Hunde sind an der Leine herzlich willkommen. Mit Achtsamkeit helfen wir, diese einzigartige Wildnis zu schützen.


Der 291 Meter hohe Hockstein thront spektakulär über dem Polenztal. Einst Standort einer mittelalterlichen Burgwarte, führt heute die historische Teufelsbrücke über eine tiefe Spalte zum Aussichtspunkt. Der Abstieg erfolgt abenteuerlich über steile Eisentreppen durch die Wolfsschlucht, deren hohe Felswände uns regelrecht einhüllen.

Die Berka von Dubá waren ein einflussreiches böhmisches Adelsgeschlecht, das im Mittelalter weite Teile der Sächsischen Schweiz beherrschte. Ihr Wappen mit zwei gekreuzten Eichenzweigen ziert noch heute viele historische Orte. Bis zu ihrer Zerschlagung im 15. Jahrhundert galten sie durch Fehden und Raubzüge als gefürchtete Landplage.

Unser Etappenziel ist die geschichtsträchtige Stadt Hohnstein, überragt von der imposanten, um 1200 auf einem steilen Felsplateau erbauten Burg. Die ehemalige Grenzfeste blickt auf eine bewegte Geschichte als Jagdschloss, Gefängnis und Jugendherberge zurück. Ein Spaziergang durch die historische Altstadt mit dem Rathaus lohnt sich.