Das Herzstück aus Moos und Stein
Routenverlauf

Die dritte Etappe des Malerwegs beginnt in Hohnstein und führt über 14 km in etwa 5,5 Stunden durch abwechslungsreiche Landschaft mit 449 Höhenmetern im Auf- und 440 im Abstieg.
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Die 14 Kilometer lange dritte Etappe führt von Hohnstein nach Altendorf und erfordert rund 5,5 Stunden reine Gehzeit. Höhepunkte der anspruchsvollen Tour sind der geschichtsträchtige Bärengarten, die spektakuläre Brandaussicht, der steile Abstieg über die Brandstufen und das idyllische Sebnitztal, vorbei an der verlassenen Kohlmühle.

Unterhalb der Burg Hohnstein stoßen wir auf die Ruinen des 1609 errichteten Bärengartens. Das ummauerte Gehege diente dem Dresdner Hof zur Haltung von Bären für herrschaftliche Jagden. Nach wiederholten Ausbrüchen wurde die Anlage 1756 stillgelegt. Sogar Caspar David Friedrich skizzierte die urwüchsige Felsschlucht im Jahr 1800.

Verborgen im dichten Wald liegt die Gautschgrotte, eine monumentale, natürliche Halle aus überhängendem Sandstein. Im Winter gefriert das von der Felskante tropfende Wasser regelmäßig zu einer riesigen, über 20 Meter hohen Eissäule. Benannt ist dieses stille geologische Denkmal nach dem heimatkundlich engagierten Dresdner Anwalt Constantin Gautsch.

Wilhelm Leberecht Götzinger (1758–1818) gilt als der eigentliche Entdecker der Sächsischen Schweiz. Mit seinen detaillierten Reisebeschreibungen und heimatkundlichen Büchern legte der naturbegeisterte Pfarrer den Grundstein für den Tourismus. Ein Relief im Schindergraben erinnert an den wegweisenden Chronisten und Forscher.

Dem Dresdner Maler Ernst Ferdinand Oehme (1797–1855) ist diese Etappe gewidmet. Als Meisterschüler von Caspar David Friedrich war er ein bedeutender Vertreter der Spätromantik. Er löste sich später von der reinen Symbolik und fing die typische Felsenlandschaft des Elbsandsteingebirges mit wachsamem Blick für Licht und Realismus ein.

Auf 317 Metern Höhe bietet die fast senkrecht abfallende Brandaussicht ein atemberaubendes 180-Grad-Panorama über das Elbsandsteingebirge. Seit über 250 Jahren zieht die berühmte Klippe Künstler und Reisende an. Schon 1830 versorgte eine Hohnsteinerin Gäste aus einer Felsspaltenküche, bevor 1856 die erste Baude entstand.

Am Fuße der Brandstufen markiert ein eingemeißeltes Kreuz mit einer Sense das Jahr 1699. Einer alten Sage nach lieferten sich hier zwei befreundete Bauernburschen aus Waitzdorf einen blutigen Zweikampf mit scharfen Sensen. Sie duellierten sich aus Eifersucht um das Herz derselben jungen Frau, was für einen der beiden Männer tödlich endete.

Mit nur etwa 50 Einwohnenden gehört Waitzdorf zu den kleinsten Ortschaften Deutschlands. Es liegt geologisch genau an der Grenze zwischen kargem Sandstein und festem Granit. Eine charmante Besonderheit sind die robusten Gallowayrinder, die hier ganzjährig im Freien leben und im Auftrag des Nationalparks aktiv zur Landschaftspflege beitragen.

Durch den Kohlichtgraben verläuft eine gewaltige geologische Störungszone: die Lausitzer Überschiebung. Vor etwa 300 Millionen Jahren wurde hier das Lausitzer Granitmassiv über die jüngeren Kreidesandsteinschichten geschoben. Auf dem Geopfad Goßdorf wird diese bewegte Erdgeschichte in Form von alten Basaltkuppen und Vulkanresten sichtbar.

Im idyllischen Sebnitztal ragt das denkmalgeschützte, einstige Linoleumwerk Kohlmühle empor. Der imposante Klinkerbau entstand 1901 für die Papierindustrie und stellte später jahrzehntelang Bodenbeläge her. Nach dem Konkurs im Jahr 2013 endete die Produktion. Bis heute belasten gefährliche Altlasten und Kontaminationen das riesige Areal.

Die eingleisige Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und Sebnitz ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung des 19. Jahrhunderts. Unter extrem anspruchsvollen Bedingungen erbauten Hunderte Arbeiter die Trasse durch sieben Tunnel und über 28 Brücken. Bis heute überwindet die landschaftlich spektakuläre Bahn einen Höhenunterschied von 200 Metern.

Die auf einem steilen Felssporn gelegene Ruine der Burg Schwarzberg wurde 1372 erstmals erwähnt. Einst ein herrschaftlicher Stützpunkt der Berka von Dubá, diente sie im 15. Jahrhundert Raubrittern als Unterschlupf. Im Jahr 1858 ließ der Hoftheater-Intendant von Lüttichau die dicken historischen Mauern in eine künstliche Ruine im romantischen Stil integrieren.